Allergien, Heuschnupfen & allergisches Asthma

Die Zahl der Allergiker hat sich in den letzten Jahrzehnten verzehnfacht. In Deutschland ist fast jeder Dritte von einer Allergie betroffen, weltweit sind es ca. 34 % der Bevölkerung – Tendenz steigend.

icon Arten von Allergien

Die allergische Reaktion kann sich gegen eine Vielzahl an Substanzen richten. 

Eine der häufigsten Varianten in den Industrieländern ist die Allergie gegen Pollen von verschiedenen Bäumen, Gräsern, Roggen oder Kräutern, der sog. „Heuschnupfen“ (Rhinitis allergica). In Deutschland leiden mehr als 15 % unter Pollenallergie, die Mehrheit davon sind Frauen bis 50 Jahre. Typische Symptome sind geschwollene, juckende und tränende Augen sowie eine laufende oder verstopfte Nase, häufiges Niesen, Bindehautentzündung, verstärkte Lichtempfindlichkeit, Einschränkung des Geschmacks- und Geruchssinnes, Schlafstörungen oder Bronchialproblemen. In selteneren Fällen können sich auch asthmatische Beschwerden mit Atemnot entwickeln.

Aufgrund klimatischer Veränderungen breiten sich immer mehr Pflanzen an fremden Standorten aus. Zugleich verlängert sich für viele Betroffene die Pollensaison von den Frühjahrsmonaten bis weit in den Sommer hinein und es sind mehr Pollen unterwegs. Effekte wie Luftverschmutzung oder Ozonbelastung scheinen gerade in Städten dazu zu führen, dass mehr und aggressivere Pollen gebildet werden.

Interessant ist, dass häufig Kreuzallergien auftreten. Dies hängt damit zusammen, dass bestimmte Eiweißstrukturen der Nahrungsmittel denen der jeweiligen Pollen ähneln. Die folgende Tabelle zeigt einige wichtige Kreuzallergien im Überblick.

Pollenallergie Häufige Kreuzallergie
Roggen, Gräser (Lieschgräser) Getreide, Bohnen, Erbsen, Soja, Erdnüsse
Birke, Hasel, Erle Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Kiwis, Maracuja, Nüsse (v.a. Haselnüsse)
Beifuß Kräuter, Gewürze oder Gemüse: Oregano, Basilikum, Weißer Pfeffer, Muskatnuss, Paprika, Kamille, Sellerie, Karotten, Fenchel, Tomaten

Eine andere häufige Allergieart ist die Unverträglichkeit gegenüber Kot von Hausstaubmilben, wie er z.B. auf Matratzen, Bettzeug, Polstermöbeln und Teppichen zu finden ist. 

Ebenso findet man zahlreiche Arten von Tierhaar-Allergien (z.B. gegen Katzen, Hunde, Pferde, Vögel, Meerschweinchen und andere Nagetiere), die eine Reaktion durch eiweißhaltige Partikel auslösen, die auf der Haut, im Speichel oder Urin der Tiere vorkommen.

Eine anhaltende Belastung durch Hausstaub oder Tierhaare birgt ein hohes Risiko für die Entwicklung von chronischen Schleimhaut-Beschwerden oder sogar allergischem Asthma.

Auch Insektenstiche können Allergien auslösen, z.B. Bienen-, Wespen- oder Mückenstiche. In besonders schweren Fällen kann nach Bienen- oder Wespenstichen auch ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock auftreten.

Unter den Nahrungsmitteln wirken am häufigsten Ei, Milch, Soja, Gluten, Nüsse/Erdnüsse oder Fisch/Schalentiere auf Allergiker. Neben Juckreiz, Übelkeit, Durchfall kann in schweren Fällen Atemnot und Kreislaufversagen eintreten.

Nicht zuletzt sind eine Vielzahl an Stoffen bekannt, die zu Kontaktallergien führen können, z.B. Nickel, Kobalt, Latex, verschiedene Duftstoffe, Konservierungsmittel etc.

icon Ursachen von Allergien

Die Ursachen von Allergien können vielfältig sein. Ein erhöhtes Allergierisiko kann z.B. auch vererbt werden, wenn ein oder sogar beide Elternteile an einer bestimmten allergischen Erkrankung leiden. Die übrigen Ursachen stehen jedoch in engem Zusammenhang mit unserer modernen Lebensweise:

Falsch verstandene, übertriebene Hygiene verhindert schon im Kleinkindalter den ausreichenden Kontakt zu Mikroorganismen, der das Immunsystem trainiert. Durch den anhaltenden Einsatz von antibakteriellen Reinigern, Desinfektionsmitteln und Hygienespülern setzt sich dieser Prozess fort. Es ist auffällig, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, seltener an Allergien erkranken.

Bei Babys, die über einen Kaiserschnitt geboren werden, wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass der initiale Kontakt mit den Darm- und Vaginalkeimen der Mutter bei der Geburt fehlt. Daher tragen diese Kinder ein erhöhtes Allergierisiko.

Ein weiterer zu beachtender Faktor im Hinblick auf das Allergierisiko sind Impfungen. Zum einen reduzieren sie insbesondere im Kindesalter die Möglichkeiten zum Training des Immunsystems, zum anderen stellen Impfungen eine Belastung des Immunsystems dar, oft zu einem extrem frühen Zeitpunkt im Leben des Kindes, zu dem das Immunsystem noch nicht seine volle Leistungsfähigkeit erreicht hat. Gerade bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen kann dies ein Überreagieren der körpereigenen Abwehr zur Folge haben und die Entstehung von Allergien begünstigen.

Auch eine hohe Schadstoffbelastung oder Zusätze bzw. Chemikalien in Kleidung, Kosmetik, Reinigungsmitteln und unserer sonstigen Umgebung können das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen und allergische Reaktionen fördern.

Schließlich spielen auch falsche Ernährung oder Essgewohnheiten eine zentrale Rolle wie z.B. Fastfood, hektisches Essen, mangelndes Kauen, Lebensmittelzusätze, einseitige Ernährung, Mangel an Mikronährstoffen, übermäßiger Verzehr von Milch oder glutenhaltigem Getreide, aber auch die Einnahme von Medikamenten wie z.B. Antibiotika.

Anhaltender Negativ-Stress kann bei entsprechender Veranlagung sowohl Allergien auslösen, als auch deren Verlauf negativ beeinflussen. Dies kann zu einem Teufelskreis werden, da ja auch die Symptome einer Allergie psychischen Stress erzeugen können, z.B. über Juckreiz, die Hauterscheinungen oder gar Atemnot bei allergischem Asthma.

Viele der genannten Faktoren begünstigen Störungen der Darmflora bzw. der Darmschleimhaut, die bei Allergikern häufig zu beobachten sind. Eine Veränderung der Bakterienzusammensetzung im Darm bewirkt möglicherweise ein Ungleichgewicht von schützenden und krankmachenden Bakterien, begünstigt Gärungsprozesse und kann zu Veränderungen der Schleimhaut z.B. Entzündungen oder einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom) führen.

Da sich im Darm ca. 70 % der Zellen des Immunsystems befinden und fast 80 % der Abwehrreaktionen dort ablaufen, führt dies zur Schwächung des Immunsystems und möglichen Überreaktionen. Zum anderen können durch die durchlässigere Schleimhaut vermehrt Fremd-Eiweiße, unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile, Schadstoffe und Bakterienbestandteile in den Blutkreislauf eindringen und ihrerseits zur Sensibilisierung und damit Entstehung von Allergien beitragen. Auch hier entsteht ein Teufelskreis, wenn allergisch bedingte entzündliche Prozesse den Zustand der Darmschleimhaut weiter verschlechtern und dadurch die allergischen Reaktionen verstärken.

Das durch diese Vielzahl an Faktoren belastete Immunsystem gerät in der Folge aus dem Gleichgewicht und reagiert z.B. übermäßig stark auf eigentlich „harmlose“ Substanzen wie z.B. Nahrungsmittel oder Blütenpollen. Diese allergischen Reaktionen existieren in mehreren Varianten (Allergien vom Typ 1-4), welche unterschiedliche Reaktionszeiten und Symptome aufweisen.

Typische allergische Reaktionsmuster sind Rötung und Schwellung von Haut oder Schleimhaut, sowie Juckreiz, Brennen, Absondern von Sekreten aus der Schleimhaut. Verschleimen, Niesen, Husten und sogar Asthmaanfälle können auftreten. 

icon Allergie-Behandlung

In der Regel werden Allergien schulmedizinisch zunächst mit Antihistaminika, Cortison oder anderen Wirkstoffen behandelt, die die allergische Reaktion unterdrücken, häufig kombiniert mit bronchienerweiternden Komponenten, falls gleichzeitig eine asthmatische Atmung vorliegt. Auch die Hyposensibilisierung wird häufig eingesetzt, um Abhilfe zu schaffen. Die oben genannten Therapiemethoden haben vielerlei Nebenwirkungen und heilen meist nicht die allergische Grunderkrankung also z.B. den Heuschnupfen, sie unterdrücken nur temporär einzelne Symptome oder führen zu einer Allergieverschiebung (eine Allergie weicht, andere neue Allergien treten an deren Stelle).

Wichtig wäre es jedoch, den Teufelskreis der allergischen Reaktionen zu durchbrechen und das Immunsystem zu stärken. Dreh- und Angelpunkt ist für mich dabei die Wiederherstellung einer gesunden Darmfunktion und dadurch Stabilisierung des Immunsystems.

Entlastung

Nach meiner Erfahrung ist gerade zum Einstieg in eine Allergie-Behandlung eine Entlastung des Organismus hilfreich. Die betroffenen Patienten sollten Allergene, Schadstoffe in der Nahrung, Körperpflegeprodukten und Putzmitteln sowie Duftstoffe so weit wie möglich meiden oder zumindest reduzieren, um das Immunsystem zu entlasten. Auch die Wohn- und Arbeits-Umgebung sollte kritisch auf vermeidbare Schadstoffe und Allergene geprüft werden.

Ausleitung

Im Körper vorhandene Schadstoffe, Schwermetalle und Toxine sollten durch geeignete Ausleitungsverfahren ausgeschieden werden, um das Immunsystem weiter zu entlasten. Hierfür können unterstützende Maßnahmen zur Stärkung der Ausleitungsorgane zum Einsatz kommen:

Beispielsweise setze ich bei Bedarf organotrope homöopathische Mittel oder Phytotherapeutika zur Stärkung von Leber, Nieren oder Milz ein. Im Einzelfall können auch Algenpräparate, Bitterstoffe sowie die Leber anregende Kräuter und Gewürze hinzukommen. In der Ernährung empfehle ich v.a. grünes Gemüse mit Chlorophyll (z.B. grüne Blattgemüse, Petersilie), um den Körper bei der Ausscheidung belastender Stoffe zu unterstützen. Bei allen verordneten Präparaten achte ich auf schadstoffgeprüfte Qualität, da z.B. Algenpräparate häufig selbst mit Schwermetallen belastet sind!

Zur Leber- und Nierenpflege haben wir in der Naturheilkunde bewährte Verfahren, die einen wertvollen Beitrag zur Stärkung dieser Organe liefern. Diese sollten jedoch unter fachkundiger Anleitung und therapeutischer Begleitung angewendet werden – insbesondere wenn chronische Beschwerden vorliegen.

Zusätzlich biete ich meinen Patienten eine begleitende Atem-Therapie mit aktiviertem Sauerstoff, die die Ausleitung über die Lunge sowie die Sauerstoffversorgung der Gewebe intensivieren kann.

Auch über Schweiß oder Speichel kann der Organismus belastende Stoffe ausleiten. Eine Anregung dieser Funktionen kann im Bedarfsfall die Therapie begleiten. Eine einfache Methode, die die Patienten bequem und kostengünstig zu Hause durchführen können, ist z.B. das Ölziehen nach Kranach.

Darmpflege

Ein gesunder Darm ist ein wichtiges Ziel bei fast jeder Allergiebehandlung. Das gilt sowohl für die Wiederherstellung eines gesunden Darmmilieus und die Stabilisierung der Darmfunktion, als auch für die Behandlung bereits vorhandener Schleimhautstörungen, wie sie bei Allergikern häufig zu beobachten sind. Ein Thema ist dabei auch eine erhöhte Schleimhaut-Durchlässigkeit (Leaky-Gut-Syndrom).

Nach meiner Erfahrung hat eine reine Substitution von Darmbakterien oft keinen nachhaltigen Effekt, wenn die Schleimhaut bereits deutliche Störungen aufweist und diese nicht zuvor behandelt werden.

Die verschiedenen Bausteine der Darmpflege können Entlastung, Reinigung, Schleimhaut-Regeneration, zeitweise Substitution von Mikronährstoffen, Prä- und Probiotika sowie eine therapiefördernde individuelle Anpassung der Ernährung einschließen.

In manchen Fällen reicht es nach einer Reduzierung der belastenden Substanzen, Anregung der Ausleitungsprozesse und einer Ernährungsumstellung bereits aus, die Regeneration der Schleimhaut durch eine Kombination verschiedener Therapien anzuregen. Nicht selten ist nur noch eine reduzierte bis gar keine Substitution mit Prä-/Probiotika notwendig, um wieder ein gesundes Darmmilieu zu erreichen.

Begleitende Maßnahmen

Es gibt viele zusätzliche Maßnahmen, mit denen der Patient je nach individuellen Neigungen selbst zum Gelingen der Therapie beitragen kann. Beispielsweise kann er seinen Lymphflusses durch Atemübungen (dazu gehört auch korrekt ausgeführtes Singen!) anregen. Ebenso hat regelmäßige rhythmische Bewegung oft eine positive Wirkung, sei es durch einen regelmäßigen Waldspaziergang, Radfahren oder Tanzen.

Darüber hinaus ergänze ich bei Bedarf bioenergetische Begleitmaßnahmen mit Blick auf Darm, Milz oder Lymphsystem sowie die an der Ausleitung beteiligten Organe wie Leber, Niere, Lunge oder Haut. Diese Anwendungen sind vollkommen schmerzfrei, non-invasiv und haben häufig auch einen entspannenden Effekt, der sich wiederum positiv auf den Therapieverlauf auswirken kann.